Kindliche Neugier

Die Geschichte sollte einem klar denkenden Menschen zeigen, dass bestimmte grundlegende Voraussetzungen vorhanden sein müssen, um Wissenschaft betreiben zu können. Was bedeutet Wissenschaft oder Wissen zu schaffen? Ein Wissenschaftler muss in erster Linie eine kindliche Neugier gegenüber seiner wahrgenommenen Umgebung haben. Wie sonst sollte der Mensch (dazu)lernen? Wir dürfen unsere Kreativität und die Kindlichkeit in dieser Hinsicht nicht aufgeben, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Siehst du schon das Problem? Ein Kind entwickelt sich, es wächst. Es wächst in Körper und Geist bzw. Intellekt. Es lernt immer dazu, hört nie damit auf, ist konfrontiert mit Ent-Täuschung und Vernichtung seiner wahrgenommenen Realität. Das Kind passt sich dann an, es ist formbar, denkt um, akzeptiert andere Meinungen, die im Gegensatz zu seinen eigenen stehen. Es denkt nach, grübelt, lässt die Möglichkeit immer offen, dass doch der andere recht hat, und nicht es selbst. Es reflektiert, evaluiert, es ist in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, steigert seine Effizienz, es unterhält einen Regelkreis, der ständig alles in ihm neu regelt, je nach dem, was an Informationen als Feedback zurück verfüttert wird.

Fairer Diskurs

Ein weiteres und banales Fundament der Wissenschaft ist der faire Diskurs! Wenn man seine Erkenntnisse nicht einmal zur Diskussion stellen will, sondern als alleinige Wahrheit dahinstellt, dann ist das keine Wissenschaft, sehr geehrte Damen und Herren. Du musst dich deinen Gegnern stellen, du musst Fragen zulassen. Du musst deine Arbeiten verteidigen, und das hat sehr gute Gründe. Genau dies fördert doch den Prozess der Erkenntnis und der Wahrheitsfindung in einer Sache. Es ist nicht garantiert, dass wir immer zu einer allgemein anerkannten “Wahrheit” oder “Erkenntnis” kommen, doch muss man es versuchen, indem man kontroverse Diskussionen zulässt.

Es wurden in der Vergangenheit oft Menschen belächelt, ignoriert, bekämpft, als Idioten dargestellt, obwohl sie im Recht waren und nicht die Mehrheit, die sie unwürdig behandelt hat. Beispielhaft: Ignaz Philipp Semmelweis, Galileo Galilei und viele andere. Ich empfehle dir, keine Menschen unwürdig zu behandeln, man weiß nie, ob genau diese Menschen eines Tages als Helden dastehen, und dir die Schamesröte ins Gesicht steigt. Sei kein Tier, beweise dass du Deinesgleichen achten kannst, auch wenn du nicht derselben Meinung bist. Ist es schwierig höflich und würdevoll zu sein?

Ich empfehle dir, keinen diffamierenden Zeitungsartikeln, Wikipedia-Einträgen usw. über Leute zu glauben. Rede mit ihnen persönlich und mache dir selbst ein Bild. Es ist dumm, einen dir unbekannten Menschen über Massenmedien “kennenzulernen” und dir so ein (negatives) Bild von ihm auszumalen. Außerdem fördert das Zusammenkommen gegenteiliger Meinungsträger, wenn sie nur zu zweit miteinander essen und diskutieren, das Verständnis füreinander. Lächle auch demjenigen zu, der anderer Meinung ist. Behandle Menschen in Würde!

Zum Thema “Faire Diskussionen” habe ich einen (unvollständigen) Leitfaden erstellt, der aber auch auf die Problematik von unfairen Diskussionen eingeht, ihren Ursprung versucht zu nennen, und wie man mit manipulativen Techniken etwas als Wahrheit, Wissenschaft, Realität usw. vermarkten und verkaufen will. Genau wie es derzeit leider in der “Corona-Zeit” durch die Politik geschieht.

Hier der Leitfaden als PDF:

Methoden und ihre Grenzen

Wichtig ist in der Wissenschaft, aber auch in anderen Bereichen des Lebens, für seine Arbeit eine geeignete Methode zu finden, um etwas klar darstellen zu können, um Dinge überprüfen zu können und so weiter. Oft musste ich mir beruflich und privat Gedanken machen, ob eine angewendete Methode überhaupt geeignet ist, einen Sachverhalt festzustellen oder zu klären. Doch auch, wenn man eine Methode für geeignet erachtet, so muss man immer hinterfragen, wie aussagekräftig sie ist und wo ihre Grenzen sind. Oft muss man Dinge relativieren, es bleiben in vielen Lebensbereichen subjektive Sichtweisen, Empfindungen etc. Kenne die Grenzen der Wissenschaft und kenne auch deine Grenzen.

Ich bin froh, auch andere gefunden zu haben, die nicht nur theoretisch so denken, sondern auch stark kritisieren, wenn Obiges nicht geschieht, oder wenn sogar absichtlich betrogen wird. Wissenschaftsbetrug gibt es auch zur Genüge, recherchiere darüber. Auf eine Wissenschaftlerin bin ich zufällig gestoßen, die eine Art wissenschaftskritisches Buch geschrieben hat. Ich verweise am Schluss auf sie und ihr Werk. Als ich sie zu dem Thema kontaktierte, bekam ich unter anderem eine kluge Antwort von ihr. Ich erlaube mir einen Teil ihrer Antwort zu zitieren, der Rest ist für das Thema irrelevant:

“Ich wünsche jedem viel Erfolg, der “Wissenschaft” nicht einfach als Schwindeletikett an all das heftet, was ihm gerade in den Kram passt oder was er gerade als “Wahrheit” verkaufen will, sondern Wissenschaft ernst nimmt, und das bedeutet: ihre Möglichkeiten wie ihre Grenzen kennt und benennt und damit deutlich macht, dass Wissenschaft sehr viel mit Methodologie und mit kritischem Denken zu tun hat und nichts, aber auch gar nichts, mit Verkündung der einzigen Wahrheit, mit Sozialklempnerei und autoritärem Anweisen statt Zur-Diskussion-Stellen.”

Mit dieser Aussage ihrerseits lasse ich es gut sein, und hier der Link zu ihrem Werk. Gemeint ist Frau Dr. phil. habil. Heike Diefenbach. Lies dir ihr Werk durch und mache dir ein Bild davon. 🙂

Diefenbach, Heike (2020). „Peer Reviewed“ –kein Qualitätssiegel. Llanelli: ScienceFiles, Blaue Reihe, Band 7.

https://sciencefiles.org/wp-content/uploads/2020/03/HD_2020_Peer-Reviewed-Endversion.pdf

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